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No Other Choice

  • Autorenbild: Linus Graber
    Linus Graber
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Mord(s)spass für die Familie – Park Chan-wooks neuer Film schildert den blutigen Überlebenskampf im modernen Stellenmarkt.



Man hört es ständig: Firmen kündigen Sparmassnahmen an, Stellen werden abgebaut und langjährige Mitarbeiter verlieren ihren Job. Danach eine neue Anstellung im gleichen Lohnsegment zu finden, ist oft schwer, und auf Annehmlichkeiten zu verzichten, weil man plötzlich weniger Geld hat, will schliesslich niemand.


Genau vor diesem Problem sieht sich auch Familienvater Man-su (gespielt vom Squid Game-Star Lee Byung-hun), welcher nach 25 Jahren Expertise in der Papierindustrie nun entlassen wird. Arbeitslos kann er es als Familienoberhaupt (so nennt er sich gerne selbst) nicht mit ansehen, wie seine Frau und seine zwei Kinder auf den gewohnten Komfort verzichten müssen. Gelder für Freizeitaktivitäten werden gestrichen, die beiden Hunde der Familie müssen weggegeben werden und vielleicht müssen sie sogar ihr Haus mit grossem Garten verlassen und in eine Hochhaussiedlung ziehen. Man-su versucht, eine neue Stelle in der Papierindustrie zu finden, doch das ist gar nicht so leicht. Der Jobmarkt ist klein und die Mitbewerber sind gut. Doch vielleicht lässt sich das ändern ...


No Other Choice ist der 12. Spielfilm des südkoreanischen Filmemachers Park Chan-wook, den man international wohl am besten für seinen Kultklassiker Oldboy kennt. Der Film basiert auf dem amerikanischen Roman The Ax von Donald E. Westlake, welchen Chan-wook bereits 2009 verfilmen wollte. 16 Jahre später konnte er das Projekt nun umsetzen. Aktualität hat der Stoff auf jeden Fall nicht verloren.


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No Other Choice erzählt von einem Klassenkampf. Allerdings nicht von einem vertikalen (unten gegen oben), sondern von einem horizontalen. Man-su ist nicht der einzige Papierexperte auf Jobsuche. Und nach 18 erfolglosen Monaten beschliesst er, die besser qualifizierten Mitbewerber aus dem Weg zu räumen. No other choice, also keine andere Wahl, ist die Handlungsmaxime, nach der Man-su handelt. Und der Film schafft es, die Ausweglosigkeit der Hauptfigur so zu schildern, dass man sie bei ihrem blutrünstigen Plan fast etwas anfeuert. Immerhin ist die Angst, die Man-su antreibt, eine, die alle gut nachvollziehen können. Es ist die Angst um die eigene Existenz und die finanzielle Sicherheit der Familie. Verhandelt werden aber auch neuere Ängste, wie etwa das Verschwinden der Industrie, in der man berufstätig ist (im Fall von Man-su der Rückgang von Papier), oder das Obsoletwerden der eigenen Arbeitskraft durch Modernisierungen und künstliche Intelligenz.


Jobsuche ist Überlebenskampf. Diese Beobachtung macht sich der Film zunutze und nimmt sie ganz wörtlich. Das Ergebnis ist eine schwarze Komödie der ganz besonderen Art. Denn Man-su ist kein kaltblütiger Killer. Ganz im Gegenteil, er ist ein lausiger Mörder. Angetrieben wird er von einer tiefen Unsicherheit, dass er ohne Einkommen als Ehemann und Vater nichts mehr tauge. Durch seine Kündigung sieht er sich in seiner Männlichkeit kompromittiert, sodass er bisweilen sogar vermutet, seine sehr unterstützende Ehefrau schlafe mit ihrem Tennislehrer. Doch genau wegen dieser Makel sehen wir Man-su gerne zu, wie er höchst dilettantisch sein Vorhaben umsetzt. Seine Unsicherheit und Verzweiflung wird dabei komödiantisch wunderbar von Lee Byung-huns Mimik eingefangen.


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Park Chan-wook versucht mit No Other Choice ein Genre-Kunststück: teils Thriller, teils Gesellschaftssatire, teils schwarze Komödie. Diese Balance gelingt mal besser, mal schlechter. Der Film braucht etwas gar lange, bis die Handlung ins Rollen kommt. Dadurch wirkt das Produkt am Ende etwas halbgar. Man bekommt viel angeboten, wird aber oft etwas unbefriedigt zurückgelassen. Die schwarze Komödie beginnt zu spät, Thrillerelemente kommen und gehen und die Gesellschaftskritik bleibt oberflächlich.


Nichtsdestotrotz ist No Other Choice ein durch und durch unterhaltsamer Film. Inszenatorisch überrascht Park Chan-wook wieder mit ungewöhnlichen Kameraeinstellungen und Schnitten. Für die Academy Awards hat es dieses Jahr allerdings nicht gereicht: Der Film erhielt keine einzige Nomination.



 
 
 

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